Screenshot SNA, Startbildschirm mit Eiba


Standardisierte Notrufabfrage (SNA)

Seit dem dem 10.03.2025 um 7 Uhr ist die Standardisierte Notrufabfrage in der Leitstelle Nord verbindlich eingeführt worden.

Hier haben wir einige häufig gestellte Fragen für Sie zusammengestellt. Falls Sie eine Frage nicht finden dann schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an info@leitstelle-nord.de.

Es gibt viele gute Gründe für die Einführung einer Standardisierten Notrufabfrage (SNA). Und das gilt erst recht für die landesweite Einführung in Schleswig-Holstein.

Rechtliche Absicherung – Da die Fragen durch die Verantwortlichen der Feuerwehren und Rettungsdienste nach dem Stand der Wissenschaft festgelegt werden, sind die Disponent:innen rechtlich abgesichert, wenn sie alle Fragen gefragt haben und zum Beispiel: „Es kommt kein Fahrzeug.“ herauskommt.

Wiederholbarkeit – Mal angenommen, der selbe Notruf geht mehrfach ein, dann kommt mit SNA bei unterschiedlichen Disponentinnen immer das gleiche Ergebnis heraus.

Gleichheit – In Flensburg oder Ratzeburg werden dieselben Fragen gefragt. Und die gleiche Hilfe geschickt.

Auswertbarkeit – In Zusammenarbeit mit dem Behandlungskapazitätsnachweis Schleswig-Holstein (BKN SH) können die Rettungsdienste auswerten und Fragen oder Szenarien anpassen.

Fehlervermeidung – Egal ob ein Disponent einen guten oder schlechten Tag hat oder gerade abgelenkt ist: Es kann keine wichtige Frage vergessen werden.

Unterstützung in Sondersituationen – Gerade in eher seltenen Situationen (Seenotfall, Gefahrgutunfall, Sonderlagen) bieten die festen Fragen eine gute Orientierung und mindern das Stressniveau.

Wir nutzen die Abfrage DIAS-SOPweb der Firma NoraTec. Sie läuft im Webbrowser und basiert auf normalen Web-Protokollen wie html, css und Javascript. Über eine definierte Schnittstelle werden die Daten an das Einsatzleitsystem übergeben.

Die Abfrage mit der SNA fügt sich recht gut in unseren bisherigen Ablauf ein.

  1. Aufnahme der Grunddaten (Ort des Notfalls, Telefonnumer, Name usw.)
  2. Über einen grünen Knopf SNA wird die Abfrage gestartet.
  3. Es öffnet sich ein extra Browser-Fenster. Darin läuft die Abfrage.
  4. Am Ende der Abfrage steht ein Alarmierungsvorschlag. Das vorgeschlagene Szenario kann in den Einsatzleitrechner übernommen oder jeweils eine Stufe aufgewertet oder (begründet) abgewertet werden.
  5. Mit Klick auf „Übergabe ins Einsatzleitsystem“ werden die erfragten Daten (Szenario, DPI, Infotext für die Funkmelder) an das Einsatzleitsystem übertragen.
  6. Die Antworten der einzelnen Fragen werden in das Infofeld des Einsatzleitsystems übertragen.
  7. Abschließend werden passende Hilfehinweise angezeigt, die den Anrufenden zur Hilfestellung gegeben werden.

Definitiv nein!

Schon in einer ersten Testphase haben auch die Disponentinnen und Disponenten gemerkt, dass immer nochmal der Mensch über das Ergebnis nachdenken und bei Bedarf eingreifen muss. Dafür sind die verschiedenen Anliegen und Notfälle der Menschen einfach zu komplex.

Es sind gar nicht alle denkbaren Spezialfälle in der SNA abbildbar.

Eindeutig nein. Unsere Erfahrungen aus der Mitarbeiterschaft zeigen eindeutig, dass weiterhin gut ausgebildetes und leistungsfähiges Personal benötigt wird. Die SNA kann nur eine Richtschnur zur Orientierung sein.

Ergänzende Fragen sind für eine korrekte Abfrage und Einschätzung der Situation vor Ort oft unerlässlich. Erfahrung ist da ein großer Faktor.

Es gab schon reichlich Erfahrungen in anderen Leitstellen.

Ein Anstieg bei gewissen Einsatzarten im Rettungsdienst ist möglich. Aber auch hier müssen die Disponentinnen und Disponenten gut nachfragen um eben solche Einsätze zu vermeiden.

Bei Feuerwehren sind nicht mehr Einsätze zu erwarten. Eventuell kommt es aber öfter zu anderen, eventuell höheren, Szenarien.

Ja. Die die Rettungsdienste können über die Ärztlichen Leiter:innen die Abfragebäume des Rettungsdienstes und am Ende auch den Szenario-Vorschlag anpassen.

Nein. Ein direkter Einfluss auf die Abfrage ist nicht vorgesehen.

Die Kreiswehrführungen und die Leitstelle treffen sich aber regelmäßig zur Absprache. Sowohl bis zur Einführung als auch nach der Einführung. Feuerwehren oder Hilfsorganisationen können aber ihre Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) auf die neuen oder geänderten Einsatzszenarien anpassen.

Generell empfehlen wir die AAO in regelmäßigen Abständen zu überprüfen und anzupassen!

Bei Fragen unterstützt Sie unsere Systembetreuung gerne.

In einigen Notfallszenarien ist ein sofortiges Alarmieren von Einsatzmitteln, noch während der laufenden Notrufabfrage bzw. Gabe von Hilfe-Hinweisen, sinnvoll.

Dies gilt vor allem in den Fällen, wo ein schnellstmögliches Eintreffen der Einsatzkräfte lebensrettend sein kann!

Zum Beispiel:

  • Reanimation
  • Bolusgeschehen
  • Feuerwehreinsätze mit vermuteten Menschenleben in Gefahr
  • Einsätze, bei denen ein längerer Zeitverzug zu einer erheblichen Verschlimmerung des Schadens führen kann

In diesen Fällen kann der Voralarm durch den telefonierenden Disponenten/ die Disponentin ausgelöst werden. Die Kolleg:innen übernehmen dann schonmal die Alarmierung während das Gespräch weiter läuft.

Die Feuerwehren und Rettungsdienste erhalten eine Alarmierung mit Einsatzort, Szenario und “Voralarm” als Infotext. Der genaue Einsatzort oder das genaue Geschehen können also noch unklar sein.

Beim Vorliegen aller Informationen wird ein erneuter Alarm mit allen Daten gesendet.

So versuchen wir Zeit zu sparen damit die Hilfskräfte Zeit gewinnen!

Die Sternchen sind Platzhalter. Sie werden aus der SNA übergeben und sollen von den Disponent:innen eigentlich per Hand gelöscht werden. Es wird noch an einer technischen Lösung zur automatischen Entfernung der Sternchen gearbeitet.